Der Norden – die Dicken und ich

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Mit dem Nachtzug reise ich in Thailands Norden. Auch mal eine Erfahrung. Wenn man Zeit hat auf jeden Fall eine günstige Alternative zu reisen. Und auch gar nicht so unkomfortabel wie man meinen könnte. Chiang Mai ist die zweitgrößte Stadt Thailands, aber lange nicht so hektisch wie Bangkok. Der Kern der Stadt ist viel kleiner und überschaubarer. Es gibt weitere wunderschöne Tempel und Kunstwerke, aber dennoch ist es wieder „Stadt“.

Deswegen zieht es mich auch ziemlich schnell in der Dschungel und ich kann mir einen weiteren Traum erfüllen: Ich werde die Dicken treffen! Aber nicht etwa zum Reiten, nein, ich gehe in ein Elephant-Sanctury. Hier werden Elefanten gehalten, die aus schlechten Haltungs- und Arbeitsbedinungen ausgelöst und wieder sozialisiert werden. Sie dürfen ihr weiteres Leben artgerecht verbringen und können theoretisch jederzeit gehen (Das Sanctury ist nicht umzäunt). Machen sie aber nur nachts, morgens kommen sie wieder. Schließlich gibt es hier leckeres Futter.

Bewaffnet mit rund 100 Bananen gehe ich auf die 4 Dickhäuter zu. Mein Gott, sind die groß! Mein Kopfkino läuft und ich stelle mir meine Flip-Flop-Füße unter seinen tellergroßen, zentnerschweren Stampfern vor…Schluck… Aber die Augen mit den langen Wimpern sehen mich sanft an, der Rüssel wird mir neugierig entgegengestreckt und die Banane ganz sanft aus der Hand genommen und ins Maul gestopft. Wir machen Kunstücke, kommen uns näher und ich erfahre noch einige interessante Fakten über das Sanctury und die Elefanten.

Mein Elefant und ich nehmen ein Schlammbad, ich bin praktisch seine persönliche Morast-Masseuse für den heutigen Tag. Da alles wieder runter muss, wandern wir zum Fluss. Gewaltige 5000 kg plotzen neben mir ins kühle Nass. Da sitzt er nun, der Elefant und erfreut sich des Wassers, das ich versuche über ihn drüberzuschütten. Seine Haut ist bei weitem nicht so hart, wie angenommen. „Das ist bei den jungen Elefanten anders“, sagt mein Guide, „Die Haut wird auch bei Elefanten im Alter schlaffer“. Na da bin ich ja beruhigt.

Der Rüssel meines Elefanten umarmt mich, das hat er wohl früher mal gelermt. Was sind das doch für wunderbare Geschöpfe, die uns mit einem Rüsselschlag vernichten könnten und es trotz ihrer mächtigen Kraft nicht tun. Obwohl sie oft unter unhaltbaren Bedingungen zu viel zuviel Arbeit gezwungen werden, mit Haken mishandelt und mit Ketten vestgehalten werden, sind sie uns doch wohlgesonnen. Mein Herzchen hüpft vor lauter Glück, als ich mich von meiner alten Elefanten-Lady verabschiede und mich in meine Dschungelunterkunft begebe. Was für ein wunderschöner Tag!

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