Atacama Wüste – von wegen nur Sand

Argentinien - Chile , , ,

Wunderwelt Atacama

Mit Flugzeug geht es von Santiago de Chile nach Calama und dann mit dem Kleinbus 2 Stunden weiter nach San Pedro de Atacama. Die Wüste im nördlichen Teil Chiles erstreckt sich über 1.200 Kilometer entlang der Pazifikküste bis nach Peru. Es ist die trockenste Wüste der Erde, so habe ich gelesen und entsprechend wenig grün erwarte ich. Von wegen! Aus dem Bus heraus sehe ich keine Sanddünen, sondern kurzes gold-gelbes Gestrüpp. Keine Sanddünen wie erwartet, nur rötliche Erde und ein paar rote Felsen. San Pedro de Atacama liegt auf 2.500 Metern und die merke ich auch sofort, als ich mich mit meinem Riesen-Backpack auf den Weg zu meinem Hostel mache.

Die nächsten Tage sind erlebnisreich und ich genieße die unterschiedlichsten Landschaften. Ich schließe mich ein paar Leuten aus dem Hostel an, die einen Auto gemietet haben. Mit ein bisschen Coca-Tee, der die Höhenkrankheit verhindern soll, geht es kurz mal eben so auf gut 4300 Meter Höhe zu den El Tatio Geysiren. Statt ein Sonnenaufgang erwartet uns allerdings Nebel. Doch auch so haben die Geysir-Felder einen eigentümlichen Reiz. Überall qualmt und raucht es aus den Löchern im Boden. Es brodelt und blubbert zu unseren Füßen und plötzlich zischt und faucht es neben uns, bevor das Wasser in einer Fontaine herausspritzt.

Wir fahren weiter auf die Hochebene des Altiplano und bewundern die malerischen Lagunen zwischen den Vulkanen Miscanti und Meniques. Und landen zum Schluss des Tages an den roten Felsen. Wieder einmal kann ich die vielen unterschiedlichen Farben der Landschaft kaum erfassen.

Mit dem Fahrrad bemühe ich mich ins Valle de la Muerte. Hier gibt es nur wenige Touristen und ich kann die roten Felsformationen alleine durchqueren. Geografie wird an diesem Fleckchen Erde praktisch veranschaulicht. Durch die tektonische Plattenverschiebung haben sich die bizarren Formationen gebildet. Es sieht tatsächlich so aus, als ob jemand Erde mit einer Bagger weggeschoben hat. In Wellen türmen sich die Felsen auf, weisen Muster verschiedener Schichten auf und ergeben ein faszinierend schönes Bild. Dazwischen türmt sich dann auch endlich eine Sanddüne auf – mit paar Leuten, die sich im Sandboarden versuchen. Auch ich plage mich die Sanddüne nach oben – um hinunter zu rennen. Gesagt, getan, ich schlittere und springe durch den weichen Sand nach unten, falle hin, rugle ein paar Meter weiter, fange mich, komme wieder zum Stehen und renne weiter. Was für ein Spaß! Was ich allerdings nicht bedacht habe: Der Sand ist heiß, sehr heiß! Er läuft in meine kurzen Sneaker-Söckchen und als ich unten ankomme, habe ich tatsächlich eine kleine Brandblase. Egal, den Spaß war es wert.

Zum Sonnenuntergang geht es dann noch ins Valle de la Luna. Bin ich auf dem Mond? Die verrückte Gesteinsformationen und weißen Salzkrusten am Boden werden zu Sonnenuntergang in ein malerisches rötliches Licht getaucht. Die Landschaft verändert sich ständig und der Gang durch eine Art Höhle bringt mich direkt zum Salz, aus dem die „Felsen“ eigentlich bestehen.

Die Tage fliegen dahin. Ich verabschiede mich von Chile und trete den Weg nach Bolivien an.

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